Buttrig, locker, saftig, zuckrig, lecker, himmlisch und zimtig!

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Februar 2, 2014 von cairnsbirdwing

Es gibt Liebesgeschichten, die beginnen früh und begleiten einen ein Leben lang.

Theatralische Liebesgeschichten mit viel Epos und Schmalz und Schmuntz, die wüten wie ein Sturm.

Kleine, feine Liebesgeschichten, hauchzart, wie ein leichter Wind, der das hohe Gras sanft hin und her bewegt.

Dazwischen gibt es eine unendliche Variation von Liebesgeschichten.

Meine ganz große Liebe – neben Mr. Hubster versteht sich – ist der Zimt. Diese Liebe begann schon früh, sozusagen auf den ersten Biss.

Milchreis mit Zimt und Zucker. Pfannekuchen mit Zimt und Zucker. Hefeklöse mit Zimt und Zucker. Zimtoast. Chai Latte. Kakao mit Zimt. Franzbrötchen. Zimt habe ich immer im Haus, eine kleine Packung überlebt maximal zwei Monate – im Sommer. Im Winter eher nicht!

Meinen ultimativen Zimttraum habe ich aber erst mit 18 in den USA entdeckt. Diese Leckereien sind nicht nur zimtig, sondern auch buttrig und locker und saftig und zuckrig und lecker und einfach nur himmlisch.

Cinnamon Rolls.

Ihr habt richtig gehört. Cinnamon Rolls. Nicht Zimtschnecken, nicht Kanelbullar. Cinnamon Rolls.

Der erste Bissen und ich war für einen kurzen Moment im Zimt-Himmel, bevor der Zuckerschock einsetzte. Denn die Amerikaner ertränken viele ihrer Leckereien unter einer Tonne von Zuckerguss. Seitdem habe ich gesucht und gesucht und gesucht. Ein Rezept das meinen Ansprüchen gerecht wurde habe ich lange nicht gefunden. Durch einen Zufall bin ich dann auf ein Traumrezept gestoßen, das pur einfach phänomenal schmeckt und auch in verschiedenen Variationen einfach himmlisch ist.

Grundlage für diese wunderbare Leckerei ist ein Hefeteig. Wer Angst vor Hefeteig hat, dem sei gesagt: Quatsch. Macht Cinnamon Rolls und ihr werdet sehen, dass man vor Hefeteig definitiv keine Angst haben muss!

Ihr nehmt einen Topf – einen der euch gefällt, oder einen den ihr gerade da habt, das ist euch ganz selbst überlassen – und gebt die Grundzutaten Milch, Rapsöl und Zucker hinzu. Da nachher noch eine Menge Zucker dazu kommt, könnt ihr den Zucker auch gerne reduzieren – mache ich auch ab und zu, wenn mir danach ist!

Grundzutaten für den leckeren Hefeteig!

Grundzutaten für den leckeren Hefeteig!

Dieses Gemisch erhitzt ihr, bis sich der Zucker aufgelöst hat, die Masse sollte nicht kochen. Den Topf vom Herd nehmen und die Mischung abkühlen lassen bis sie lauwarm ist. Wer nicht warten kann – wie ich – der schüttet um und rührt mit einem Schneebesen bis die Mischung handwarm ist.

Handwarm bedeutet: Wenn ihr einen Finter in die Mischung haltet – natürlich nur die Fingerspitze – dann sollte sie angenehm warm sein, nicht heiß und nicht war, sondern genauso warm wie der Finger. Die Mischung darf auf keinen Fall zu heiß sein, denn dann gehen die Hefebakterien kaputt. Zu kalt ist nicht soooo schlimm.

Milchmischung noch ziemlich heiß - was man natürlich auf dem Photo nicht sehen kann!

Milchmischung noch ziemlich heiß – was man natürlich auf dem Photo nicht sehen kann!

Ich gebe dann immer das Päckchen Hefe über die abgekühlte Mischung während ich die restlichen Zutaten aus dem Schrank puhle – was ja eigentlich nur Mehl ist.

Die Trockenhefe auf der handwarmen Milchmischung.

Die Trockenhefe auf der handwarmen Milchmischung.

Dann gebt ihr das Mehl auf die Hefe und die Milchmischung.

Mehl auf die Milchmischung und heißt es....

Mehl auf die Milchmischung und heißt es….

… rühren, rühren, rühren. Ihr braucht nicht mal eine Küchenmaschiene oder Bertha oder so. Ein einfacher Kochlöffel reicht. Auch wenn sich ‚rühren, rühren, rühren‘ nach einer Menge Arbeit anhört, so ist es nicht. Geht rapp zapp!

Mit einem Kochlöffel gerührter Teig! So soll er sein!

Mit einem Kochlöffel gerührter Teig! So soll er sein!

Der Teig klebt jetzt immer noch was, aber das ist in Ordnung, denn nach dem gehen kommt eine weitere Portion dazu. Wenn der Teig also gut durchgerührt ist, ihn mit einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen.

Nach einer Stunde – die Zeit lässt sich zu meinem Leidwesen nicht verkürzen – sieht er dann schon schön geschmeidig und fast fertig aus – was er natürlich noch nicht ganz ist.

Sieht er nicht schön geschmeidig aus?

Sieht er nicht schön geschmeidig aus?

Wenn ihr ihn jetzt leicht drückt, dann fühlt er sich nicht mehr klebrig an, aber der Eindruck täuscht. Es kommt noch mal eine Portion Mehl dazu sowie Backpulver, Natron und Salz. Bei dem Mehl müsst ihr schauen, wann der Teig für euch gut zum ausrollen ist. Ich fange mit 60g an und verteile dann noch Mehl auf der Fläche bevor ich den Teig ausrolle.

Für die perfekte Konsistenz des Teiges, mehr Mehl, Backpulver, Natron und Salz!

Für die perfekte Konsistenz des Teiges, mehr Mehl, Backpulver, Natron und Salz!

Jetzt geht es wieder ans rühren. Am einfachsten geht das, wenn ihr die Zutaten mit dem Kochlöffel zunächst unterrührt und wenn das zu schwierig wird, dann rausnehmen und auf der Küchenplatte weiterkneten.

Jetzt ist der Teig bereit fürs Handkneten.

Jetzt ist der Teig bereit fürs Handkneten.

Wenn der Teig homogen ist, rollt ihr ihn zu einem großen Rechteck aus. Es sollte so ca 75x25cm groß sein. Ich habe noch nie nachgemessen, aber ihr merkt, wenn der Teig zu dünn wird bzw. noch zu dick ist.

Wichtig! Die Fläche gut mehlen! Ich habe das einmal vergessen, das war nicht schön, denn der Teig muss ja gleich noch gerollt werden und wenn er dann nur an der Platte klebt ist das ziemlich doof – ich spreche da wirklich aus Erfahrung!

Teig Rechteck - ready for the party.

Teig Rechteck – ready for the party.

So und jetzt geht die Party los. Die Zimt-Party. Special-Guests: Butter und Zucker.

Die Butter in einem Topf oder der Mikrowelle schmelzen, über den Teig geben und mit den Fingern bis an den Rand des Teiges verteilen.

Grundlage meines Zimttraums: Butter

Grundlage meines Zimttraums: Butter

Dann denn Zucker über die Butter streuen. Bei mir kommt der Zucker gleich aus dem Vorratsbehälter – ein Grund dafür, warum auf meinem Teig immer Zuckerhügel sind. Aber auch hier gilt: Egal. Lecker lecker!

Zucker mit Zuckerhügeln.

Zucker mit Zuckerhügeln.

Das beste kommt natürlich zuletzt. Der Zimt. Ich stehe auf viel viel ganz viel Zimt, daher gibt es auf meinen Cinnamon Rolls immer viel viel ganz viel Zimt. Bisher hat sich noch keiner beschwert. Wenn ihr lieber was weniger Zimt habt, dann bittesehr, aber ich muss euch warnen. Sie schmecken dann nicht so lecker wie meine!

Mein Zimtmonster. Je mehr desto besser!

Mein Zimtmonster. Je mehr desto besser!

Damit sind diese Schönheiten fast fertig.

Ihr fangt von der langen Seite an zu rollen, langsam und gleichmäßig. Wenn etwas festklebt, mit einem Messer darunter herfahren, aber vorsichtig! Löcher im Teig sind definitiv nicht erwünscht!

Eine Rolle entsteht - diese hier ist nicht sehr gleichmäßig. Schmeckt aber trotzdem!

Eine Rolle entsteht – diese hier ist nicht sehr gleichmäßig. Schmeckt aber trotzdem!

Am besten ist es, wenn sich beim Rollen ButterZuckerZimt-Seen bilden. Da werden die Rolls besonders lecker!

ButterZuckerZimt-See

ButterZuckerZimt-See

Bis zum Schluss rollen und das Ende mit dem Teig zusammenpitschen. Je nachdem wie viele Seen ihr habt, braucht ihr ein bisschen Geduld. Die Naht nach unten legen und die Rolle in 1,5cm breite Stücke schneiden.

Die Rollen entstehen.

Die Rollen entstehen.

Ein Backblech fetten und die Rollen darauf verteilen. Ihr solltet ungeführ zwei Bleche raus bekommen, je nachdem wie breit ihr die Rollen schneidet. Wenn ich absehen kann, dass ich kein zweites Blech voll bekommen nehme ich eine Springform für den Rest.

Cinnamon Rolls auf dem Backblech vor dem gehen.

Cinnamon Rolls auf dem Backblech vor dem gehen.

Bevor sie in den Ofen kommen, wollen sich diese Schönheiten noch einmal für 20 Minuten entspannen, abgedeckt mit einem Küchenhandtuch. Währenddessen den Backofen auf 180° vorheizen.

Entspannungspause!

Entspannungspause!

Da ich diese Ladung Cinnamon Rolls für ein Familienfest gebacken habe und ich ein wenig unter Zeitdruck geraten bin zum Schluss, gibt es leider kein Photo von den frisch aus dem Ofen gefischten Schneckchen. Aber ich will euch natürlich nicht die fertigen Schönheiten vorenthalten.

Nach dem Fest!

Nach dem Fest!

Jetzt kann ich euch nur noch raten, diese Schönheiten nachzubacken.

Ach ja, bevor ich es vergesse. Ihr könnt natürlich auch einen Zuckerguss zu diesen Schönheiten machen. Da ist eurer Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Happy Baking!

Cinnamon Rolls

by: Ree Drummond – The Pioneer Woman

Cinnamon Rolls fertig

Zimttraum aller Zimtjunkies

Zutaten:

Für den Teig:

  • 500 ml (2Cup) Vollmilch
  • 120ml (1/2Cup) Rapsöl
  • 55-115g (1/4-1/2Cup) Zucker
  • 1 Paket Trockenhefe
  • 500g (4Cup) Mehl + 60-85g (1/2 – 3/4 Cup) Mehl nach dem Gehen
  • 1/2TL (gehäuft) Backpulver
  • 1/2TL (gestrichen) Natron
  • 1/2TL (gehäuft) Salz

Für die Füllung:

  • Jede Menge Butter, mindestens 125g
  • Zucker
  • Zimt nach Belieben

Zubereitung:

  1. Die Milch, das Rapsöl und den Zucker in einem Topf vermischen und erhitzen. Die Mischung sollte nicht kochen, der Zucker sich aber auflösen. Lasst die Mischung abkühlen, bis sie lauwarm/handwarm ist. Dann die Trockenhefe darauf sprenkeln und 1 Minute so ruhen lassen.
  2. Das Mehl hinzufügen und unterrühren. Mit einem Küchentuch abdenken und für 1 Stunden an einen warem Ort stellen.
  3. Dann das Handtuch entfernen und Backpulver, Natron, Salz und das restliche Mehl (g) hinzufügen und gut vermengen.
  4. Ihr könnt den Teig gleich verwenden, oder bis zu drei Tage in einer Rührschüssel im Kühlschrank aufbewahren. Dann müsst ihr ihn nur regelmäßig nach unten drücken, wenn er aus der Schüssel herausquillt.
  5. Die Fläche, auf der ihr den Teig ausrollen wollt, mehlen. Zusätzliches Mehl zur Seite stellen. Den Teig in zwei Teile teilen (wenn ihr genug Platz habt, könnt ihr auch den ganzen Teig nehmen) und zu einem Rechteck ausrollen. Falls er zu klebrig ist, entweder eine Weile in den Kühlschrank stellen, oder einfach noch mehr Mehl hinzufügen. Der Teig sollte sehr dünn ausgerollt werden.
  6. Jetzt Butter schmelzen und reichlich davon über den ausgerollten Teig geben. The more the merrier! Gleichmäßig über den Teig verteilen – am Besten mit den Fingern. Als nächstes zunächst den Zimt gleichmäßig verteilen, im Anschluss dann den Zucker.
  7. Jetzt geht es ans rollen. Beginnend am weitest entfernten Ende des Teigs, den Teig in eure Richtung aufrollen. Am besten ihr benutzt beide Hände und arbeitet langsam. Achtet darauf, dass ihr die Rolle eng haltet. Wenn die Füllung rausläuft, ist nicht so schlimm. Das ist ein Zeichen, dass eure Schnecklis umso besser werden!
  8. Wenn ihr am Ende angekommen seid, kneift das Ende mit der Rolle zusammen. Legt die Rolle so hin, dass die ‚Naht‘ nach unten zeigt.
  9. Jetzt mit einem scharfen Messer 2 Zentimeter breite Stücke aus der Rolle schneiden. Ihr werdet ca. Schnecklis aus einer Rolle bekommen. Die Schnecklis auf ein Backblech geben, oder in eine Springform oder war auch immer ihr zur Verfügung habt. Nicht zu eng zusammen legen.
  10. Den Backofen auf 180°C vorheizen.
  11. Die Bleche mit Küchentüchern abdecken und noch einmal 20 Minuten gehen lassen.
  12. Dann für 15-20 Minuten (gut im Auge behalten) im Backofen backen. Sie sollten goldbraun sein.

17 Kommentare zu “Buttrig, locker, saftig, zuckrig, lecker, himmlisch und zimtig!

  1. nephtyis sagt:

    boah *sabber* jetzt hab ich sooo Lust auf die Dinger ♥ Ich gehe gleich morgen Einkaufen 😉 Danke für´s Rezept! Liebe Grüße

  2. nephtyis sagt:

    so sind gerade im Ofen die Schätzchen 🙂

  3. Schokohimmel sagt:

    Schieb mal so ein Röllchen rüber, bitte… ich kann’s schon riechen! 🙂

    • Cinnamon Rolls teilen? Soweit kommt es noch! Ich gebe hiermit offen und ehrlich zu, dass ich meine Cinnamon Rolls niemals nicht teile. Mit niemandem. Nur unter Zwang und Androhung von Zimtentzug. Ich würde mich aber durchaus bereit erklären, dir ein Röllchen abzugeben, wenn ich dafür ein klitzekleines Stückchen von deinem Schokohimmlischen-Nougat-Konfekt abbekommen würde.
      LG Ina

  4. Corinna sagt:

    Lecker! Das muss ich nachbacken. Bin auch großer Zimtfan. Gern in Kombination mit Apfel.

    • Oh… ich habe diese kleinen Schönheiten letztens mit Äpfeln gefüllt. Dafür muss man einfach nur die Butter, den Zucker und den Zimt in einem Topf schmelzen, die kleingeschnittenen Äpfel dazu geben und das ganze auf der Rolle verteilen.
      Ich kann das wirklich nur empfehlen. Wirklich wirklich zum Finger abschlecken.
      Liebe Grüße
      Ina

      • Corinna sagt:

        Also ohne Äpfel habe ich sie schon nachgebacken… jetzt mus sich wohl noch mal ran. 🙂 Aber sie waren auch apfellos dermaßen lecker – vor allem warm. Ein Gedicht!

      • Oh das freut mich. Mit den Äpfeln ist auch ein Traum. Ein bisschen fruchtiger und dann natürlich warm aus dem Ofen. Berichte dann mal wie sie die mit Apfel geschmeckt haben. Lg Ina

      • Corinna sagt:

        Mach‘ ich! Ich denke, vielleicht schon am nächsten Wochenende.

  5. Julia P. sagt:

    Oh toll, die Anleitung ist sehr ausführlich 🙂

    Liebe Grüße
    Julia
    http://stilblume.blogspot.de

  6. sarah sagt:

    hmmm… die sehen so lecker aus ♥

    Lieben Gruß
    sanzibell.com by Sarah Annabell

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