Advent, Advent, ein Lichtlein brennt?

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Dezember 15, 2013 von cairnsbirdwing

Heute ist Sonntag.

So fing mein Tag an. Ein ganz normaler Sonntag. Nichts besonderes.

Ich tue also, was ich jeden Sonntag tue nachdem mein Bett mich rausgeschmissen hat. Ich koche Tee, nehme mir Spekulatius zum Frühstück, kuschele mich mit meiner Lieblingsdecke aufs Sofa und mache den Fernseher an. Wintersport was auch sonst – ich liebe Wintersport im Fernseher – da fühle ich mich gleich richtig aktiv und sportlich.
Besser kann mein Tag eigentlich nicht mehr werden.

Die Sportler springen und laufen und schießen und rodeln, tun das was sie immer tun.

Schalte ins Studio. Zusammenfassung, Vorschauen, Analysen, Kamerafahrten…

… was ein schöner Adventskranz, hübsche Kerzen…

Moment mal.

Kerzen?

Wie in Plural?

Wie in Drei?

Nachdem mein (noch) schlafendes Hirn alle Puzzleteile zusammengepuzzlt hat, die Schockstarre überwunden war und die Sportler schon wieder ihrem Job nach gingen, wurde mir klar, dass heute der 3. Advent ist.

Das veranlasste mich dazu einen kurzen Selbstcheck durchzuführen:

  • Weihnachtsstimmung: vorhanden – mehr als sonst!
  • Weihnachtsdeko: Minimal – denn ich finde den Karton nicht mehr.
  • Adventskranz: nicht vorhanden
  • Heiliger Abend: Wo – steht; Was – keine Ahnung; Wann – keine Ahnung; Essen – wird es in jedem Fall geben!
  • Geschenke für Weihnachten: kein Einziges!
  • Weihnachtsplätzchen: nicht gebacken

Fazit: Ich bin weder vorbereitet, noch bin ich vorbereitet.

Dagegen musste ich schnell was unternehmen, denn so lange ist es nicht mehr bis Weihnachten. Doch was kann man Sonntags tun, wenn alle Geschäfte zu sind und es draußen so oder so viel zu kalt ist.

Genau! Plätzchen backen!

Meine Familie hat schon immer jede Menge unterschiedliche Plätzchen gebacken, meine Mum ist bei uns die Queen of Plätzchen, sie backt jedes Jahr mindestens 10 verschiedene Sorten.

Sowohl Mr. Hubster, wie auch ich, haben Lieblingsplätzchen.

Meine Lieblingsplätzchen sind Heidesand. Dieser buttrige, zuckrige Geschmack und wenn man sie in den Mund schiebt, dann zergehen sie auf der Zunge. Ihr solltet ihn auf jeden Fall probieren!

Zunächst wird meine Lieblingszutat Butter verarbeitet, indem sie gebräunt wird. Dazu die Butter in einen Topf geben, die Herdplatte anschalten und warten bis die Butter geschmolzen ist. Dann heißt es ein wenig Geduld haben, denn bis die Butter nussbraun ist, dauert es schon eine Weile.

Ein hübsches Stück Butter auf dem Weg zur Bräunung!

Ein hübsches Stück Butter auf dem Weg zur Bräunung!

Ihr solltet ab und zu – nein eigentlich immer – fleißig rühren, denn Butter verbrennt leicht und das wäre nicht gut für die Plätzchen.

Die Butter nähert sich dem richtigen Bräunungsgrad an - Schaum und alles sind erwünscht!

Die Butter nähert sich dem richtigen Bräunungsgrad an – Schaum und alles sind erwünscht!

Wenn die Butter braun ist, in eine Rührschüssel geben und auskühlen lassen. Sie sollte noch nicht wieder fest sein, aber auch nicht mehr warm.

Die gebräunte Butter in der Schüssel. Hm! Njam njam.

Die gebräunte Butter in der Schüssel. Hm! Njam njam.

Dann den Zucker mit dem Vanillezucker und einer Prise Salz mischen und zusammen mit dem Eßlöffel Sahne zur Butter geben.

Die gebräunte Butter trifft die zweite Lieblingszutat: Zucker!

Die gebräunte Butter trifft die zweite Lieblingszutat: Zucker!

Das ganze zu einer cremigen Masse verrühren. Nicht erschrecken, wenn ihr die Masse kurz stehen lasst ist sie fest.

Die Buttercreme - Grundlage eines guten Heidesand!

Die Buttercreme – Grundlage eines guten Heidesand!

Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und in Portionen zur Buttermasse geben.

Die erste Portion Sand!

Die erste Portion Sand!

Je mehr ihr von der Mehlmischung dazu gebt, desto krümeliger wird der Teig.

Je mehr Mehl, desto mehr Krümel - Heidesand, ich komme!

Je mehr Mehl, desto mehr Krümel – Heidesand, ich komme!

Mir war der Teig ein bisschen zu krümmelig, um ihn richtig zu verarbeiten, also habe ich noch einmal einen Teelöffel Sahne dazu getan, bevor ich ihn dann ordentlich mit der Hand durchgeknetet habe.

Vor dem durchkneten ist er noch ein wenig krümelig...

Vor dem durchkneten ist er noch ein wenig krümelig.

Den Teig in zwei Teile aufteilen. Lasst euch nicht von der Krümmeligkeit des Teiges in die Irre führen. Wenn ihr ihn gerade lange genug knetet, dann wird er gerade so geschmeidig, dass ihr ihn zu einer schönen Rolle rollen könnt.

Die erste geschmeidige Rolle, die einmal Heidesand werden sollen.

Die erste geschmeidige Rolle, die einmal Heidesand werden sollen.

Die zweite Rolle auch noch rollen und dann beide in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen, damit der Teig durchkühlt. Meine Mutter lässt den Teig immer über Nacht im Kühlschrank. Sie schwört darauf, dass die Plätzchen dann besonders schön werden, da er vollkommen durchgekühlt ist und im Backofen nicht verläuft.

Hübsch eingepackt, kommen sie jetzt in die Entspannungsphase...

Hübsch eingepackt, kommen sie jetzt in die Entspannungsphase.

Die Geduld dafür habe ich nicht, wenn mein Heidesand aus ist, muss schnell neuer her, aber ich lasse die Rollen auch länger im Kühlschrank, um das Risiko zu minimieren.
Wer also die Geduld aufbringt, den Teig eine ganze Nacht im Kühlschrank ruhen zu lassen – bitte tut dies. Für alle anderen, eine halbe Stunde ist das Mindeste, was sein muss!

Den Backofen auf 200° Grad vorheizen.

Die Teigrollen aus ihrer Verpackung auspacken – hat schon ein bisschen was von Weihnachten – und dann in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden. Es gibt Leute, die mögen sie dicker lieber, aber jeder Jeck ist ja bekanntlich anders. Schneidet sie so wie es euch gefällt!

Teigrolle nach der Entspannungskur im Kühlschrank, bereit sich in Heidesand zu verwandeln.

Teigrolle nach der Entspannungskur im Kühlschrank, bereit sich in Heidesand zu verwandeln.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Scheiben darauf setzen. Lasst ein bisschen Abstand, immerhin ist Backpulver im Teig, aber Ziel ist es, dass sie beim Backen nicht verlaufen, denn sie sollten bis kurz vor dem Backofen gekühlt sein.

Nicht ganz rund, dafür aber gut zu schneiden!

Nicht ganz rund, dafür aber gut zu schneiden!

Die Plätzchen in den heißen Ofen geben und in der Mitte ca. 10 Minuten lang hellgelb backen.
Ich könnte schon beim Geruch verrückt werden und den Backofen aufreißen und alle auf einmal essen.

Frisch aus dem Ofen, leicht verlaufen aber unheimlich lecker!

Frisch aus dem Ofen, leicht verlaufen aber unheimlich lecker!

Auf jeden Fall gleich einen Heidesand vom Blech probieren, aber vorsicht, nicht die Finger verbrennen oder die Zunge! Die sind nämlich furchtbar heiß. Ich spreche da aus Erfahrung glaubt mir.

Die überlebenden Plätzchen – also das zweite Blech – auf eine Kuchengitter legen und abkühlen lassen.

Nom, nom. Sie sagen: Iss mich!

Nom, nom. Sie sagen: Iss mich!

Heidesand schmeckt schon ohne alles fantastisch, aber zu einer schönen Tasse Tee – am besten Assam – sind sie doppelt so entspannend, wie ohne. Probiert es aus!

Ach ja, und lagert sie am besten kühl und luftig – so lange haben diese Plätzchen bei mir noch nie gehalten!

Meinem schlechten Weihnachtsgewissen ist ein wenig Genugtuung getan, Mr. Hubster Lieblingsplätzchen folgen auf dem Fuße.

Hoffentlich!

Happy Baking!

Heidesand

by GU Teatime

Ein bisschen dunkel geworden, aber lecker alle mal!

Ein bisschen dunkel geworden, aber lecker alle mal!

Zutaten:

  • 200g Butter
  • 200g Zucker
  • 2TL selbstangesetzter Vanillezucker (oder 1 Päckchen)
  • Salz
  • 1EL Sahne (+ 1TL falls der Teig zu trocken ist)
  • 300g Mehl (+ Mehl für die Arbeitsfläche)
  • 2TL Backpulver

Zubreitung:

  1. Die Butter in einem Topf erhitzen und unter rühren bräunen, bis sie nussbraun wird. Das dauert eine Weile! Wenn die Butter braun ist, in eine Rührschüssel geben und abkühlen lassen. Die gebräunte Butter sollte gerade noch weich sein, aber nicht mehr warm. Dann den Zucker mit dem Vanillezucker und einer Prise Salz verrühern und zur Butter geben. Die Sahne dazu geben und alles zu einer geschmeidigen Masse verrühren.
  2. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen und portionsweise unter die Butter-Zucker-Masse rühren. Zum Schluss die Masse gut durchkneten. Wenn der Teig noch immer zu bröselig ist, 1Tl Sahne dazu geben und unterkneten. Den Teig in zwei Teile aufteilen und mit ein wenig Mehl zu zwei Rollen rollen. Sie sollten einen Durchmesser von ca. 3 cm haben. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 Minuten kalt stellen.
  3. Den Backofen auf 200° Grad vorheizen. Die Teigrollen in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Im heißen Ofen auf mittlerer Schiene in ca. 10 Minuten hellgelb backen.
  4. Die fertigen Plätzchen auf ein Kuchengitter legen und abkühlen lassen.
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4 Kommentare zu “Advent, Advent, ein Lichtlein brennt?

  1. Mmmmhhhh, ich steh auf Kekse die man von der Rolle schneiden kann, das macht das Leben um so vieles einfacher!
    Ich wünsche dir eine schöne letzte Vorweihnachts-Woche, hetz dich nicht zu sehr, nicht dass das Christkind Baldriantropfen bringen muss ;D
    Liebste Grüße von mir zu dir,
    Fräulein Laune

    • Lieben Dank meine Liebe. Kekse die man einfach von der Rolle schneiden kann, sind fantastisch.
      Ich wünsche dir ein frohes Weihnachtsfest und hoffe, dass du die Zeit ordentlich genießen kannst.
      Allerliebste Weihnachtsgrüße an dich von mir.
      Ina

  2. pzychobunny sagt:

    Ich liebe Heidesand! Ich kenne ihn, seit mir eine Freundin mal ein Päckchen geschickt hat, wo sie unter anderem selbstgebackene Plätzchen rein hat. Das Rezept, das ich habe ist ein klein wenig anders. Mit 150 Gramm Butter, 50 Gramm Zucker, 150 Gramm Mehl und 50 Gramm Mandeln. Der fertige Heidesand wird dann nochmal in ca. 30 Gramm Zucker gewendet.
    Ich werde ihn auf jeden Fall vor Weihnachten nochmal machen! Und dann probier ich mal dein Rezept aus, vielleicht mag ich das ja lieber als das, das ich hab 🙂

    • Oh, die hören sich auf jeden Fall auch lecker an. Ich lieb Heidesand und ich könnte mich da einfach reinsetzen.
      Ich freue mich, wenn ich dich zu Heidesand inspiriert habe. Du inspirierst mich ja immer zu tollem leckeren Tee!
      Liebe Grüße
      Ina

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