Von kleinen Lastern…

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September 24, 2013 von cairnsbirdwing

Manchmal bin ich echt froh, dass ich Protestantin bin, sonst würde ich bestimmt wegen dem ein oder anderen Laster in der Hölle landen (wenn es diese denn geben würde).

Mein Lieblingslaster ist die Völlerei. Ich genieße einfach gerne und schon das Wort schlemmen lässt einen wohligen Schauer über meinen Rücken laufen.

Ich gebe zu, im Nachhinein bereue ich es manchmal, so wie jetzt, denn wenn das Fresskoma nicht nur ein bis zwei Stunden dauert, sondern zwei bis drei Tage, dann grenzt mein kleines Laster schon fast an Sünde. Seit Sonntag nachmittag habe ich mich nicht von meinem Sofa bewegen können bewegt.

Wovon ich rede?

Familienfeiern bei Onkel Spitz. Onkel Spitz ist der Bruder meiner Oma, der in unregelmäßigen Abständen die gesamte Familie einlädt. Daher eigentlich mein Großonkel, aber wer zählt da schon mit, bzw. blickt da überhaupt durch.

Mr. Hubster und ich haben uns also am Samstag morgen zusammen mit meinem Dad und meiner Oma auf den langen, weiten Weg aus dem beschaulichen, leisen Rheinland in das total abgefahrene, hyperaktive, schnelle schwäbische Ländle begeben.

Abendstimmung im Ländle!

Abendstimmung im Ländle!

Mr. Hubster rieb sich schon seit Wochen – seit wir die Einladung bekommen haben – die Hände und den Bauch, denn eines war klar. Fleisch würde es auf jeden Fall geben – und zwar nur das Beste.

Und genauso ist es auch gekommen.

Das Wetter spielte mit und nachdem wir ein kleines bisschen Kuchen gegessen haben – wir wussten ja alle was noch kommen würde -, die neuesten Neuigkeiten ausgetauscht hatten und ich mich gewundert habe, warum meine Cousine, die echt vor kurzem weder richtig laufen geschweige denn sprechen konnte, nächsten Monat 15 wird, ging es los.

Der Grill wurde angeschmissen und mit den größten Fleischstücken belegt, die ich je gesehen habe.

Ich sag es euch.... Lecker!

Ich sag es euch…. Lecker!

Mein Teller war randvoll mit Beilagensalaten und Fleisch. Vor lauter Aufregung habe ich total vergessen ein Photo von meinem Teller zu machen – das Essen war einfach wichtiger!

Am Sonntag ging es dann nach dem Frühstück (noch mehr Essen!) zurück nach Hause und seitdem sitze ich auf dem Sofa fest und Mr. Hubster versorgt mich liebevoll mit Tee und Obst, damit ich irgendwann aus dem Fresskoma erwache.

Und weil ihr nicht dabei sein durftet bei dieser duften Familienfeier, habe ich euch für heute ein Familienrezept mitgebracht, das zwar überhaupt nichts mit der Familienfeier zu tun hat, aber einfach ist, schnell zubereitet und wirklich total lecker. Ich habe mich damit letzte Woche auf das Familientreffen eingestimmt, obwohl genau 0,0 Prozent bayrisch in meinem Stammbaum zu finden ist.

Powidldatschgerl.

Hört sich komisch an, ist es aber nicht. Denn ihr braucht nur Zwetschgen, Kartoffelteig, Würfelzucker, Semmelbrösel und Butter. Schon seid ihr dabei.

Wer Zugang zu echt guten mehlig kochenden Kartoffeln hat – und die Zeit – kann den Teig auch selber machen, ich habe einen fertigen Kartoffelklößeteig benutzt, der war rapp-zapp angerührt und gequollen.

Der stammt aus der Tüte!

Der stammt aus der Tüte!

Dann die Zwetschgen waschen und an einer Seite aufschneiden.

Leere Zwetschge! Aber nicht ganz halbieren!

Leere Zwetschge! Aber nicht ganz halbieren!

Den Kern herausnehmen und durch die Würfel Zucker ersetzen.

Diese zwei Zutaten ersetzten das Pflaumenmus.

Diese zwei Zutaten ersetzten das Pflaumenmus.

Dann wieder zusammendrücken.

Die gefüllten Zwetschgen für sechs Powidldatschgerl.

Die gefüllten Zwetschgen für sechs Powidldatschgerl.

Den Teig in Portionen teilen, zu einer Kugel rollen und platt drücken. Dann die Zwetschge mit Zuckerkern hineinlegen…

Ihr könnt auch weniger Teig nehmen, aber genug um einen schönen Knödel zu formen.

Die Knödel im Hintergrund sind ungefüllt – für Mr. Hubster!

…und zu einer schönen Knödel rollen.

Ich liebe das herumgematsche mit Teig!

Ich liebe das herumgematsche mit Teig!

Fertig ist der erste Powidldatschgerl.
Einige von euch werden jetzt bestimmt sagen: Wird das nicht mit Pflaumenmus als Füllung zubereitet? Scheinbar schon, aber in meiner Familie nicht. Mein Dad meinte am Wochenende, dass das so nicht so viel Sauerei beim Zusammenrollen gibt. Ich muss ihm zustimmen. Die Knödel waren Rapp-Zapp gerollt, ohne eine riesen Sauerei.

Jetzt müssen die Knödel nur noch nach Packungsanweisung (oder Knödelrezept) im Topf gar ziehen.

Für das Topping dann einfach etwas Butter in einem Topf schmelzen und bräunen, ein wenig Zimt dazu geben, sowie die Semmelbrösel. Das ganze dann über die Knödel verteilen und schon könnt ihr zuschlagen.

Gebräunte Semmelbrösel sind die beste Ergänzung zu Powidldatschgerl.

Gebräunte Semmelbrösel sind die beste Ergänzung zu Powidldatschgerl.

Ich habe 5 Knödel geschafft als Hauptmahlzeit.

Da es Zwetschgen ja nur im Moment gibt, würde ich euch ans Herz legen, diese Leckereien einmal auszuprobieren und ein wenig meinem Laster der Völlerei zu erliegen, denn wer einmal einen Knödel gegessen hat, der will auch einen Zweiten.

Powidldatschgerl

Powidldatschgerl

Falls ihr auch noch ein Zwetschgen oder Pflaumenrezept habt, das ihr unbedingt teilen wollt, bei Küchenplausch findet im Moment wieder ein Event statt, dass sich um diese beiden Schönheiten dreht. Ich bin ja mal gespannt, was da alles zusammen kommt.

Happy Cooking!

Powidldatschgerl

by Familienrezept

Nom nom. Schnell zuschlagen und genießen.

Nom nom. Schnell zuschlagen und genießen.

Zutaten:

  • 1/2 Packung Teig für Kartoffelknödel zum anrühren.
  • 6-8 Zwetschgen, je nachdem wie dick ihr den Teig mögt
  • 6-8 Würfel Zucker
  • Butter
  • Semmelbrösel
  • Zimt

Zubereitung:

  1. Den Knödelteig nach Packungsangabe anrühren und quellen lassen.
  2. Die Zwetschgen waschen, trocknen, einschneide, den Kern entfernen und durch ein Stück Würfelzucker ersetzen.
  3. Eine Portion Knödelteig platt drücken, die gefüllte Zwetschge darauflegen und zu einem schönen runden Knödel rollen. Genauso mit den restlichen Knödeln verfahren.
  4. Die Powidldatschgerl nach den Packungsangaben auf der Teigpackung im Topf gar ziehen lassen.
  5. Für die Semmelbrösel die Butter schmelzen, die Brösel wie auch den Zimt hinzugeben und bräunen lassen.
  6. Die gebräunten Semmelbrösel auf den Powidldatschgerl verteilen und servieren!
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15 Kommentare zu “Von kleinen Lastern…

  1. *hmmmmm* ich träume mich ins Powidldatschgerl-Land. ich liebe diese Knödel.

    • Willkommen im Club. Ich kann gar nicht fassen, dass ich sie 10 Jahre lang nicht gegessen habe. Im Moment hole ich dieses Defizit auf. Ich glaube ich werde sie morgen gleich noch mal machen!

  2. pzychobunny sagt:

    Hallo,
    sieht voll lecker aus 😀 Kann man das auch kalt essen?

  3. pzychobunny sagt:

    Weil ich hab meinen Kollegen was mit Zwetschgen versprochen und ich glaube das wär ziemlich cool und lecker und mal was anderes 🙂 Aber weil wir keine Küche in der Arbeit haben, kann ichs schlecht frisch machen. Aber vielleicht probier ichs ja selbst mal aus 🙂

  4. Mmmmh, lecker, aber bei uns nennt man das Zwetschgenknödel 🙂 Bei uns gibt es sie immer als Marillenknödel und ab und an ein Nektarinenknödel is auch lecker!
    Liebe Grüße
    Frl. Laune

  5. Wow, they look great! I’m using a very similar recipe, only without the sugar cube in the middle.

  6. Kulinarikus sagt:

    Mmh, die Knödel sehen super lecker aus. Meine Knödel-Versuche waren bisher immer, naja ich sag mal, von geringfügiger Konsistenz… vielleicht probiere ich mal dein Rezept aus. 🙂

    • Hallo. Danke für das Kompliment. Ich schummele aber auch ein bisschen. Ich benutze ja fertigen Kloßteig zum anrühren. Da kann man glücklicherweise nicht viel falsch machen.
      Liebe Grüße
      Ina

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