In der Küche mit Mutti!

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September 11, 2013 von cairnsbirdwing

Mutti – so mag sie gar nicht genannt werden und doch nennen mein Bruda und ich sie immer so. Was aber seine Schuld ist, weil der das immer sagt und ich das einfach so übernommen habe.

Dabei bin ich die Ältere und sollte das Vorbildsein.

Aber die Schuld einfach mal auf den kleinen Bruda zu schieben ist immer gut! 😉

Aber meine Mama sieht geschmeidig darüber hinweg, dass wir sie so nennen und verzeiht es uns jedes Mal. Mutti ist einfach die Beste.

Meine Mutti!

Meine Mutti!

Vor ein paar Tagen hat meine Mutter die neue essen&trinken angeschleppt, die wir dann gemeinsam durchgeschaut haben. An einem Rezept sind wir beide gleich hängen geblieben und haben unser Herz verloren.

Und wie das so ist, wenn man sein Herz verliert, man denkt nicht mehr klar und bereitet mal gerade einen verdammt leckeren Nachtisch zu, der für 6 Personen gedacht ist, die vorher noch nichts gegessen haben.

In unserem Haushalt leben gerade mal 4 Personen, die nicht immer leicht zu bekochen sind.

Der Hamburger – mein Stiefvater – isst keine ‚vergammelte‘ Milch, also auch kein Mascarpone – ich sag dazu nur selbst Schuld.

Mr. Hubster ist ja von Obst nicht so begeistert und Mascarpone hört sich doch eher gefährlich an.

Blieben nur noch meine Mama und ich. Aber ein Tiramisu für 6 Personen mit Zweien essen? Wir sind zwar gut, aber so gut auch nicht.

Aber mit einer rosa-roten Brille auf der Nase war da einfach nichts zu machen. Dieses Tiramisu musste einfach hergestellt werden!

Also habe ich mich mit meiner Mutti in die Küche begeben und wir haben die Kochlöffel geschwungen.

Das Rezept unseres Herzens? Mirabellen-Tiramisu.

Dafür muss man zunächst ein fantastisches Mirabellen-Kompott herstellen.

Die Mirabellen waschen, halbieren und die Kerne entfernen.

Grundlage für das Kompott - die Früchte!

Grundlage für das Kompott – die Früchte!

Orangen- und Zitronensaft abmessen, die Vanilleschote bereitmachen, Zitronenschale abreiben und dann den Zucker in einem Topf zum schmelzen bringen. Erst wenn der Zucker an der ersten Stelle geschmolzen ist mit dem Rühren anfangen.

Beginnender Zucker-Karamellisierung- Vorgang

Beginnender Zucker-Karamellisierung- Vorgang! Ich liebe Karamell!

Tipp von meinem Bruda – durch meine Mama mir mitgeteilt: Beim karamellisieren von Zucker, die geschmolzene Masse immer von außen nach innen schieben. Dadurch bräunt das Karamell gleichmäßig. Hat funktioniert.

Wenn der Zucker goldgelb karamellisiert ist mit dem Orangen- und Zitronensaft ablöschen, die Vanilleschote und das Mark, wie auch die Zitronenschale dazugeben und das ganze bei Mittlerer Hitze 5 Minuten köcheln lassen.

Flüssige Grundmasse für das Kompott.

Flüssige Grundmasse für das Kompott.

Währenddessen die Speisestärke mit etwas kaltem Wasser anrühren.

In der Küche meiner Mum finden sich auch immer die hilfreichsten Sachen – wie dieser winzige Schneebesen, der perfekt in die kleine Tasse passte, die es schon seit meinen Kindertagen in der Küche meiner Mutter gibt.

Stärke in Kindheitserinnerungen.

Stärke in Kindheitserinnerungen.

Die Speisestärke unter rühren zur Saft-Zucker-Masse geben und noch einmal aufkochen lassen.

Kompottflüssigkeit mit der Speisestärke angedickt.

Kompottflüssigkeit mit der Speisestärke angedickt.

Dann die Mirabellen dazu geben und bei schwacher Hitze mit geschlossenem Deckel 4 Minuten durchziehen lassen.

Leckeres Mirabellenkompott. Yummie!

Leckeres Mirabellenkompott. Yummie!

Die Masse, die im übrigen herrlich riecht und schmeckt, gleich erstmal probieren und dann in eine große Schüssel geben und auskühlen lassen. Das dauert circa 45 Minuten bis 1 Stunde.

Wenn die Masse abgekühlt ist, die Mascarpone in eine Schüssel geben,

Dieser Teigschaber existiert auch schon seit ich mich erinnern kann...

Dieser Teigschaber existiert auch schon seit ich mich erinnern kann…

den Espresso mit dem Kaffeelikör und dem Puderzucker verrühren,

Nom nom. Aloholische Leckerei.

Nom nom. Alkoholische Leckerei.

und dann zu einer einheitlichen Masse verrühren, die ihr auch auf jeden Fall gleich sofort probieren müsst – die ist nämlich unheimlich lecker.

Diese Mascarpone Creme ist echt ein Traum - auch wenn Kaffee drin ist.

Diese Mascarpone Creme ist echt ein Traum – auch wenn Kaffee drin ist.

Wie bei jedem anderen Tiramisu auch jetzt die Löffelbiskuit in eine Form bringen und mit einer Espresso-Kaffelikör Mischung beträufeln. Da ich nicht so auf Kaffee stehe – was die Untertreibung des Jahrhunderts ist, aber egal – habe ich mich da zurückgehalten, aber ihr könnt so viel Espresso drüber machen, wie ihr wollt!

Beträufelte Löffelbiskuit. Sehen die nicht entspannt aus?

Beträufelte Löffelbiskuit. Sehen die nicht entspannt aus?

Dann die Hälfte der Mascarpone-Creme über die Löffenbiskuit geben und glatt streichen – auch dafür hatte meine Mutter das richtige Werkzeug. Bei mir hätte ich das nicht so schön hinbekommen.

Die Zusammensetzung der Leckerei beginnt.

Die Zusammensetzung der Leckerei beginnt.

Dann 2/3 des Mirabellen-Kompotts auf die Creme geben, sodass sie gut verteilt sind und ihr die zweite Schicht Löffelbiskuit darauf verteilen könnt.

Mirabellenkompott auf Mascarpone-Creme auf Löffelbiskuit.

Mirabellenkompott auf Mascarpone-Creme auf Löffelbiskuit.

Dann die ganze Prozedur noch mal wiederholen. Löffelbiskuit drauf, mit Kaffee-Likör-Mischung beträufeln, die restliche Mascarpone-Creme darüber verteilen, glatt streichen, den Kompott darauf verteilen und voila!

Ein Träumchen!

Ein Träumchen!

Das ganze jetzt noch ein paar Stunden, oder über Nacht kalt stellen. Leider hat sich bei mir die Farbe der Mirabellen verändert, scheinbar habe ich nicht genug Zitronensaft zum Kompott gegeben. Aber geschmacklich war das Tiramisu einwandfrei.

Ich habe dann übrigens doch noch ein paar Freiwillige gefunden, die beim Verzehr geholfen haben – immerhin war Star Trek Abend. Das Urteil der Fachjury: Sehr sehr sehr sehr lecker!

Also ran an die Töpfe!

Mirabellen-Tiramisu

by essen & trinken 9/2013 S. 120

Njam. Dieses Tiramisu ist wirklich die Arbeit wert.

Njam. Dieses Tiramisu ist wirklich die Arbeit wert.

Zutaten:

Mirabellenkompott:

  • 750g Mirabellen
  • 50g Zucker
  • 300ml Orangensaft
  • 3El Zitronensaft
  • 1 Vanilleschote
  • 1TL fein abgeriebene Bio-Zitronenschale
  • 15g Speisestärke

Mascarpone-Creme:

  • 70g Puderzucker
  • 4EL Espresso (kalt)
  • 2EL Kaffelikör
  • 500g Mascarpone

Löffelbiskuit:

  • 200g Löffelbiskuits
  • 150ml Espresso (kalt)
  • 4EL Kaffelikör

Zubereitung:

  1. Für das Kompott die Mirabellen halbieren und entsteinen. Den Zucker in einem Topf goldbraun karamellisieren, dabei erst rühren, wenn der Zucker an einer Stell zu schmelzen beginnt.
  2. Mit Orangen- und Zitronensaft ablöschen, die Vanilleschote längs einritzen und das Mark herauskratzen, zusammen mit der Zitronenschale zur Saftmischung geben. Das ganze offen  bei mittlerer Hitze 5 Minuten kochen lassen.
  3. Die Stärke in etwas kaltem Wasser (3EL) glattrühren, in den kochenden Saft rühren und erneut aufkochen lassen. Mirabellen zugeben und zugedeckt bei milder Hitze 3-4 Minuten ziehen lassen. In eine breite Schüssel geben und mindestens 1 Stunde abkühlen lassen.
  4. Für die Mascarpone-Creme, den Puderzucker mit dem Espresso und dem Kaffeelikör zu einer einheitlichen Masse verrühren. Dabei aber nicht zu stark rühren.
  5. Eine Form mit der Hälfte der Löffelbiskuits auslegen. Den Espresso und den Kaffeelikör verrühren, die Hälfte der Mischung über die Löffelbiskuts geben. Die Hälfte bis 2/3 der Mascarponemasse darüber streichen.
  6. 2/3 des Mirabellenkompotts darüber verteilen. Mit den restlichen Löffelbiskuits belegen und diese mit der Espressomischung beträufeln. Die restliche Mascarpone-Creme daraufstreichen und die restlichen Mirabellen darauf verteilen. Mindestens 3 Stunden (am besten über Nacht) kalt stellen.
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8 Kommentare zu “In der Küche mit Mutti!

  1. Mensch, da möchte man gleich bei euch in der Küche stehen und mal naschen, das Tiramisu sieht wirklich sehr schmackhaft aus, mmmhhh…
    Das Rezept wird gespeichert und eines Tages mal ausprobiert, ganz bestimmt! 🙂
    Liebe Grüße,
    Frl. Laune

    • Das war auch verdammt lecker und wir hätten mit dir auch geteilt. Also ein kleines Eckchen hättest du bestimmt bekommen… vielleicht. 😉
      Ich freue mich schon von dir auch was neues zu hören… Spinkse ja immer schon mal bei dir rein, was sich so tut…
      Liebe Grüße zurück!

      • Na da hätte ich ja Glück gehabt ;D
        Wenn du wüsstest wie sehr es mich ärgert, dass ich noch nichts posten kann… auf der einen Seite warte ich noch auf ein paar GiveAways und zum anderen ist am Samstag unser Ofen eingegangen, ich krieg langsam echt die Krise, anscheinend will jemand nicht, dass ich diesen Blog eröffne 😥

      • Oh nein. So ein Mist. Der Ofen ist kaputt? Ich würde kaputt gehen, wenn das passieren würde, wüsste nichts mehr mit mir anzufangen und läge tot traurig unterm Küchentisch. Dass du es noch schaffst irgendwas zu machen…. 😉
        Ich schicke dir Motivation und ganz viel Positive Energie, damit deine GiveAways schnell kommen und der Ofen so schnell wie möglich den Betrieb wieder aufnehmen kann!!!!

  2. Hihi… meine Mutter ist Mama, Ma oder auch DIE Mama. Manchmal auch Moma, seit ich eine Nichte habe und sie Oma wurde 😉

    Ich finde Tiramisu sehr lecker… allerdings nur, wenn die Zubereitung ohne Espresso erfolgt (da ich Kaffee in allen Variationen überhaupt nicht mag) und deshalb komme ich nur selten in den Genuss. Schade, denn mit den frischen Früchtchen schmeckt das Ganze bestimmt nochmal so gut.

    Viele liebe Grüße
    Christin

    • Hihi. Meine Mama ist ja jetzt auch Oma. Aber sie bleibt wohl ewig Mutti.
      Ich bin auch kein Fan von Kaffee und habe Tiramisu lange auch nur ohne gegessen. Ich werde mal schauen ob man den Kaffee durch irgendwas ersetzen kann.
      Das war nämlich wirklich fantastisch.
      Lg Ina

  3. Kristina sagt:

    Huhu Ina,
    Mirabellentiramisu klingt fantastisch! Ich glaub, das muss ich unbedingt ausprobieren…mal gucken, wo Mirabellen herzukriegen sind.

    <3-liche Grüße,
    Kristina

    • Das solltest du auf jeden Fall ausprobieren. Das ist ein Hamma Tiramisu, in das man sich reinsetzten kann.
      Ich drücke dir gaaaaanz Fest die Daumen, dass du noch welche bekommst.
      Liebe Grüße zurück
      Ina

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