Wenn man mal wieder Stachelbeeren übrig hat…

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Juli 17, 2013 von cairnsbirdwing

Früher dachte ich immer Stachelbeeren hießen Stachelbeeren, weil an den Früchten Stacheln sind.

Dann haben mir meine Eltern erklärt, dass die Früchte keine Stacheln haben, sondern an den Zweigen der Pflanze Stacheln sind.

Heute weiß ich, dass Stachelbeeren keine Stacheln haben, sondern Dornen.

Was der Unterschied ist, das müsst ihr Mr. Hubster fragen, ich kann mir das einfach nicht merken.

Wie dem auch sei, als ich ein Kind war, mochte ich die Beeren nicht. Soll ich euch verraten warum?

Aus dem gleichen Grund, aus dem mein Opa die Himbeeren immer rasieren musste, bevor ich sie gegessen habe.

Sie hatten Haare. Kleine Haare. Und das war mir als Kind gar nicht geheuer. Irre, was?

Es hat Ewigkeiten gedauert, bis ich Himbeeren ohne ‚rasieren‘ gegessen habe.

Und Stachelbeeren esse ich roh heute immer noch nicht. Das liegt aber mehr an der Säure als an den Haaren, die es heute ja gar nicht mehr gibt – weggezüchtet.

Erst seit zwei Jahren habe ich mich in den Geschmack von Stachelbeeren verliebt.

Mein absolutes Lieblingsrezept werde ich nächste Woche mit euch teilen – erst muss der Garten meiner Tante geplündert werden.

Heute habe ich euch ein anderes Rezept mitgebracht, das ich diese Woche spontan gebacken habe, als die Stachelbeeren vom Markt weg mussten.

Auch wenn es ein bisschen sauer ist, mit dem Crème fraîche-Topping wird das wieder ausgeglichen.

Grundlage ist ein Mürbel-Streusel-Teig. Beides in einem. Dafür die Zutaten zusammenkneten.

Mehl - Zucker - Salz - Butter - Olivenöl - Eigelb

Mehl – Zucker – Salz – Butter – Olivenöl – Eigelb

Das ganze ergibt einen wunderschönen Streuselteig. Von dem nehmt ihr 4 El beiseite, damit ihr nachher schöne Streusel über die Tarte streuseln könnt.

Den Rest des Teiges gibt ihr flugs in die Tarte-Form. Ist sie nicht schön?

Streusel für den Boden in die Form geben.

Streusel für den Boden in die Form geben.

Dann gleichmäßig verteilen und festdrücken. Und im Handumdrehen ist aus den Streuseln ein Mürbboden geworden.

Den stellt ihr dann für 30 Minuten zum abkühlen in den Kühlschrank.

In der Zwischenzeit die Füllung anrühren. Ich habe die Stachelbeeren ganz gelassen. Marzipanrohmasse grob raspeln und zusammen mit dem Zucker und dem Puddingpulver dazu geben. Und gut durchrühren.

Das Problem hier war, dass die Marzipanmasse wieder zu einem Klumpen wurde. Das Puddingpulver und der Zucker sammelten sich trostlos am Boden der Schüssel. Es hat der Tarte keinen Abbruch getan, aber ordentlich verteilt waren Marzipan und trockene Zutaten nicht wirklich. Bei meinem nächsten Versuch werde ich die größeren Stachelbeeren definitiv halbieren. Mal schauen, ob das besser wird.

Stachelbeeren - Marzipanrohmasse - Zucker - Vanillepuddingpulver

Stachelbeeren – Marzipanrohmasse – Zucker – Vanillepuddingpulver

Wenn der Teig aus dem Kühlschrank kommt, gebt ihr die Füllung rein und streuselt dann die Streuel drüber.  Und fertig ist die Tarte.

Füllung von leer und voll

Füllung von leer und voll.

Jetzt nur noch ab in den Ofen und fertig!

So sieht die Schönheit dann frisch aus dem Ofen aus. Wie ihr seht ist die Füllung gut geworden, ein bisschen musig-marzipanig, ein paar noch ganze Stachelbeeren, die aber weich waren. Und dazu noch die Streusel.

Duftet frisch aus dem Ofen einfach herrlich...

Duftet frisch aus dem Ofen einfach herrlich…

Heute morgen habe ich die Tarte dann zum Frühstück gegessen und ich muss gestehen ich liebe die leichte Säure, die so wunderbar mit der Crème fraîche harmoniert. Und wenn ihr dann auch den Puderzucker darüber streut, dann sollte die Säure kaum mehr bemerken.

Für einen guten Start in den Tag...

Für einen guten Start in den Tag…

Lasst es euch schmecken.

Happy Baking!

Stachelbeer-Tarte

by essen&trinken

... mit Olivenölstreuseln

… mit Olivenölstreuseln

Zutaten (für eine Tarteform ø 22cm oder 35x11cm)

  • 200g Mehl
  • 80g Zucker
  • Salz
  • 80g kalte Butter
  • 40ml Olivenöl
  • 1Tl abgeriebene Zitronenschale
  • 1 Eigelb (M)
  • 400g Stachelbeeren
  • 50g Marzipanrohmasse
  • 1TL Vanillepuddingpulver
  • 1EL Puderzucker
  • 100g Crème fraîche

Zubereitung:

  1. Das Mehl, 60g Zucker, Salz, Butter, Olivenöl, abgeriebene Zitronenschale und ein Eigelb schnell zu Streuseln verarbeiten. 4EL des Teigs beiseite legen und im Kühlschrank zwischenlagern.
  2. Die Tarteform fetten und die Streusel in die Form drücken, sodass ein gleichmäßiger Boden entsteht. Für 30 Minuten im Kühlschrank zwischenparken.
  3. Die Stachelbeeren waschen und putzen und in eine Schüssel geben. Die Marzipanrohmasse grob raspeln und mit dem restlichen (20g) Zucker und dem Vanillepuddingpulver zu den Stachelbeeren geben.
  4. Die Füllung gleichmäßig auf dem Teig verteilen, die restlichen Streusel darüber streuen.
  5. Die Tarte im vorgeheizten Ofen bei 200° (Umluft 180°) auf der untersten Schiene 30-40 Minuten backen. Die Tarte in der Form abkühlen lassen und mit Puderzucker bestreuen. Mit Créme fraîche garnieren.
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11 Kommentare zu “Wenn man mal wieder Stachelbeeren übrig hat…

  1. Aaaah is das süß, wie rasiert man denn Himbeeren? 😀
    Die Tarte sieht lecker aus, ich muss gestehen, dass ich nicht mal weiß wie Stachelbeeren schmecken, irgendwie ist mir diese Beere noch nie über den Weg gelaufen… hm, vielleicht sollte ich mir mal ein paar organisieren und dein Backwerk nachzaubern.
    Liebe Grüße,
    die A.

    • Haha… Natürlich kann man Himbeeren gar nicht rasieren. Mein Opa hat mich angeschwindelt, aber ich habe immer eine Himbeere genommen und bin ins Bad gelaufen und habe unter der Lampe geschaut, ob auch keine Haare mehr dran sind.
      Die Tarte solltest du unbedingt ausprobieren. Stachelbeeren sind toll. Du kannst auch mit der Marmelade anfangen, die ich nächste Woche posten werde. Die ist faaaaaaaantastisch!

  2. Köstlich sieht das aus!

  3. bakeaffairs sagt:

    mmhhh, das sieht super-lecker aus! Das Rezept werde ich sicherlich ausprobieren! Herzliche Grūsse 🙂

  4. Haha, ist es nicht der Hammer, was Kinder alles nicht essen? Aus den interessantesten Gründen? Ich habe mich früher standhaft geweigert grünes Gemüse zu essen und heute liebe liebe liebe ich es 😉

  5. […] ihr euch noch daran, dass ich erzählt habe, dass ich die als Kind nicht gegessen habe, weil die Haare hatten? Und ich dann behauptet habe, es gibt keine mehr mit Haaren, weil die weggezüchtet […]

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