Der etwas andere Pflaumenkuchen

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April 28, 2013 von cairnsbirdwing

Ich weiß, ich weiß.

Die Pflaumenzeit ist noch eine ganze Weile hin und jetzt Pflaumen zu kaufen ist ökologisch und ökonomisch und so nicht zu rechtfertigen.

Und ich kann euch versprechen, dass ich die meiste Zeit saisonal einkaufen und mein Obst und Gemüse, wenn ich die Zeit dazu habe, auf dem Wochenmarkt. An meinem Lieblingsstand verkauft der Bauer mit seiner Familie noch seine selbst angebauten Sachen. Direkt aus der Umgebung. Da bin ich immer hin und weg.

Aber da ja noch keine Pflaumenzeit ist, hat er auch weder Pflaumen noch Zwetschgen noch Reneklauden (oder wie auch immer die geschrieben werden!). Das ist eigentlich mein Wink, dass ich keine Pflaumen kaufen sollte.

Aber manchmal kann ich mich im Supermarkt nicht beherrschen, wenn mich die Pflaumen aus Chile anlachen – immerhin ist da im Moment Spätsommer/ Herbst. Also sind sie am anderen Ende der Welt wohl saisonal.

Mein schlechtes Gewissen bleibt trotzdem.

Das lässt sich auch nicht mit diesem leckeren Plfaumenkuchen beruhigen, aber er macht Freude auf die Zeit, wenn wir hier wieder die leckeren Pflaumen kriegen, von den einheimischen Bäumen.

Und wem das schlechte Gewissen verbietet Pfaumen vom anderen Ende der Welt zu kaufen, der kann sie einfach durch anderes Obst ersetzen und den Sommer durchprobieren, bis es endlich Zwetschgen, Pflaumen und Co. gibt.

Das Rezept habe ich bei Darla von Bakingdom entdeckt und ich muss euch sagen, dieser Kuchen kam bei allen, die sie gegessen haben super an – Mr. Hubster ausgeschlossen, dem ist das Obst einfach zu gesund ;-).

Das ganze ergibt dann ein wunderbar kleines, feines Pflaumenküchlein!

Zuerst – und deshalb war mir das Rezept von Anfang an super sympathisch – wird Butter mit braunem Zucker geschmolzen. In einem kleinen Töpflein. Auf dem Herd.

Dieser Tortenguss ist einfach so lecker und man hört nicht mit ihm auf, sondern man fängt mit ihm an!

Dieser Tortenguss ist einfach so lecker und man hört nicht mit ihm auf, sondern man fängt mit ihm an!

Dann kommt zu diesem Träumchen noch leckeres Marmelädchen hinzu: In meinem Fall Sauerkirsch-Marmelade. Am besten eine, die püriert ist und keine ganzen Früchte mehr enthält. Das aber nur aus Schönheitsgründen!

Am besten Marmelade ohne Stücke, sonst habt ihr eher einen Sauerkirsch-Pflaumenkuchen, wie ich.

Am besten Marmelade ohne Stücke, sonst habt ihr eher einen Sauerkirsch-Pflaumenkuchen, wie ich.

Das ganze in die gefettete, bemehlte und mit Backpapier ausgelegte Springform geben und abkühlen lassen – ganz abkühlen lassen.

Beim Abkühlen wird das ganze wieder fest!

Beim Abkühlen wird das ganze wieder fest!

Währenddessen die Pflaumen waschen, entkernen und in Achtel schneiden.

Ein Haufen Pflaumen sind das. Aber sehr lecker - zumindest die Reifen!

Ein Haufen Pflaumen sind das. Aber sehr lecker – zumindest die Reifen!

Die kleinen Pfläumchen beseite stellen und die dritte Komponente für den Kuchen vorbereiten. Den Teig!

Dafür zunächst Mehl, Salz und Backpulver in einer kleinen Schüssel gut vermischen und beiseite stellen.

Gut vermischen, der Teig soll ja gleichmäßig aufgehen.

Gut vermischen, der Teig soll ja gleichmäßig aufgehen.

Jetzt geht es richtig los. Meine Lieblingszutaten – Butter und Zucker – zu einer leichten, fluffigen, hellen Masse verrühren. Hm…

Wessen Lieblingszutaten sind das noch?

Wessen Lieblingszutaten sind das noch?

Jeweils einzeln die Eier dazu geben und gut verrühren. Wenn alle Eier drin sind, sieht der Teig so aus:

Schön Cremig sieht das ganze aus.

Schön Cremig sieht das ganze aus.

Besonders wichtig ist in diesem Fall die Vanille. Sie harmoniert super mit dem Teig und den Pflaumen, deshalb gebe ich immer einen Schuss mehr Vanilleextrakt dazu!

Ein guter Schuss zusätzlich tut Wunder - für die Vanilligkeit!

Ein guter Schuss zusätzlich tut Wunder – für die Vanilligkeit!

In drei Portionen das Mehl unter die Masse rühren, immer im Wechsel mit der Milch (die in zwei Portionen zum Teig wandert). Dann bekommt ihr einen wunderschöne, gleichmäßigen Teig. Wundert euch nicht über die Menge, es ist nur eine kleine Form und der Kuchen wird recht dick.

Bertha hat für heute Feierabend! Die Rührer nehmen noch ein Teig-Bad.

Bertha hat für heute Feierabend! Die Rührer nehmen noch ein Teig-Bad.

Jetzt den Teig auf jeden Fall mal probieren. Der ist sowas von lecker! Ich könnte mich – wie immer – reinsetzen.

Wenn ihr mit dem Teig fertig seid, sollte auch das Topping in der Form abgekühlt sein.

Die Pfläumeleins ordentlich darauf verteilen – bei mir sind einige Stücke übrig geblieben, die habe ich gleich in meinem Bauch verschwinden lassen.

Der erste Ring ist einfach, dann wird es ein bisschen frickelig.

Der erste Ring ist einfach, dann wird es ein bisschen frickelig.

Um den Kuchen startklar für den Ofen zu machen, den Teig auf die Pflaumen geben. Meine Form ist dann immer bis zum Rand voll.

Teiglein und Pfläumchen lernen sich kennen...

Teiglein und Pfläumchen lernen sich kennen…

... und mögen sich auf Anhieb!

… und mögen sich auf Anhieb!

Für 35 bis 40 Minuten bei 180°C in den Ofen stellen. Bei mir dauert das – wie immer – länger, da mein Backofen halt mein Backofen ist, und wie ich immer für alles etwas länger braucht. Der Holzsstäbchen Trick tut aber auch hier seine Schuldigkeit.

Wenn es Geruchs-Blogs gäbe, dann wüsstet ihr wie lecker das hier riecht.

Frisch aus dem Ofen!

Frisch aus dem Ofen!

Das ganze dreißig Minuten in der Form auf seinem Abkühlgitter abkühlen lassen, dann auf einem Teller wenden, die Form entfernen. Das Backpapier kann ein bisschen schwierig sein, muss es aber nicht. Wenn ihr die Geduld habt und es wirklich auf einem Gitter abkühlen lasst, dann geht es super einfach. Ist mir heute auch zum ersten Mal gelungen!

Das ganze dann am Besten sofort gleich jetzt genießen, denn lauwarm schmeckt der Kuchen am Besten.

Wie der riecht...

Wie der riecht…

... und wie der aussieht...

… und wie der aussieht…

... und wie der schmeckt!

… und wie der schmeckt!

Happy Baking!

Upside Down Pflaumenkuchen

by Darla von Bakingdom.com

Auch wenn der Geschmack ein bisschen an Herbst erinnert - die Farben sehen schon sehr frühlingshaft aus.

Auch wenn der Geschmack ein bisschen an Herbst erinnert – die Farben sehen schon sehr frühlingshaft aus.

Zutaten für eine 20cm Form:

Für die Glasur:

  • 3 TL Butter
  • 90g (1/2 Cup) braunen Zucker
  • 4 TL von irgendeiner Marmelade die ihr gerade da habt
  • 6 Pflaumen (oder jede andere Frucht, die ihr da habt), entkernt und in Achtel geschnitten

Für den Kuchen:

  • 180g (1 1/2 Cup) Mehl (450er oder 550er)
  • 1 TL Backpulver
  • 1/4 TL Salz
  • 180ml (3/4 Cup) Milch – lieber etwas weniger und noch was dazu geben.
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 125g weiche Butter
  • 150g (2/3 Cup) Zucker
  • 2 Eier (Größe L)

Zubereitung:

Für die Glausr:

  1. Eine 20 cm Springform fetten, mehlen und mit Backpapier auslegen.
  2. In einem kleinen Topf die Butter und den braunen Zucker schmelzen. Dann die Marmelade hinzugeben und 3 Minuten köcheln lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat.
  3. Die Mischung in die Springform geben und gleichmäßig verteilen – die Form also zwei Mal in jede Richtung schwenken.
  4. Beiseite stellen und abkühlen lassen – komplett.
  5. Wer die Pflaumen noch nicht vorbereitet hat, jetzt waschen, entsteinen und achteln.

Für den Kuchen:

  1. Den Backofen auf 175°C vorheizen.
  2. Das Mehl mit dem Backpulver und dem Salz in einer mittlere Schüssel gut vermischen.
  3. Die Butter mit dem Zucker in einer weiteren, größeren Schüssel schaumig schlagen.
  4. Die Eier nach und nach hinzugeben und gut verrühren.
  5. Das Vanillextrakt – nach Geschmack – hinzugeben und wiederrum gut durchmixen.
  6. Die Mehlmischung und die Milch im Wechsel (Mehl-Milch-Mehl-Milch-Mehl) unter die Butter-Zucker-Ei-Vanille-Masse geben und zu einem einheitlichen Teig verrühren! Nicht zu lange!

Den Kuchen zusammensetzten:

  1. Die Pflaumen-Viertel schön auf der abgekühlten Glasur verteilen.
  2. Den Teig über die Pflaumen geben, ein- bis zweimal auf die Küchenplatte klopfen, damit er sich gut verteilt.
  3. Für 35-40 Minuten in den Backofen geben, oder bis der Holzspieß-Test das gewünschte Ergebnis ergibt.
  4. 30 Minuten lang in der Form auf einem Abkühlgitter abkühlen lassen.
  5. Auf einen Teller, eine Kuchenplatte oder einen Tortenständer stürzen, die Springform entfernen und ganz vorsichtig auch das Backpapier.
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16 Kommentare zu “Der etwas andere Pflaumenkuchen

  1. pinkchillies sagt:

    Ach, Du solltest kein zu schlechtes Gewissen haben. Schließlich kaufst Du die Pflaumen aus anderen Ländern ja nicht täglich. Und bei so einem leckeren Kuchen ist das irgendwie auch schon wieder in Ordnung.

    Liebe Grüße
    Christine

  2. Bei so einem schönen Ergebnis muss man kein schlechtes Gewissen haben; der sieht ganz wunderbar saftig aus – mmmhhh! 🙂

  3. vivasunrise sagt:

    Eben – man muss sich auch manchmal selbst was gönnen! Und die Sachen im Supermarkt verfaulen zu lassen geht ja auch schlecht.. 😉
    Danke auch fürs taggen – hole ich nach, war die ganze letzte Woche krank 😦
    Liebe Grüsse!

    • Da hast du recht. Da kann man sie dann auch verwerten. Trotzdem darf das nicht zur Gewohnheit werden!
      Auf das Taggen freue ich mich, werd erst mal wieder ordentlich gesund!
      Liebe Grüße

  4. evazins sagt:

    Pflaume Tartin ohne Tarte, witzig. Ich habe diese Pflaumen kürzlich auch gekauft (Ausnahme bestätigen die Regel… ;-)). (Deine Fragen habe ich nicht vergessen.)

    • Das ist mir heute auch eingefallen mit dem Pflaume Tartin ohne Tarte. Der leichte Teig ist aber wirklich lecker und wie meine Gäste gestern sagte: schön saftig. Da kann man ab und zu mal abwechseln 😛

  5. meine Güte! ist noch ein Stück da? ich bring Kaffee mit… *hmmm*träum*

  6. Sini sagt:

    Upside down Kuchen finde ich so toll! Hab zwar selber noch keinen gemacht, aber gegessen hab ich schon welche. Und deiner sieht echt toll aus. Pflaumenkuchen sind aber auch lecker!!!!

    Ich habe mir mal überlegt eine Variante mit Himbeeren und Erdbeeren zu machen. hihi. Wenn ich deutsch Erdbeeren bekomme, nehme ich das vielleicht mal in Angriff 🙂

    • Ja die guten Upside down Kuchen. Ich liebe sie. Habe mir gestern – nachdem ich deine leckere Rhabarber-Backwaren nochmal angschaut habe – überlegt, ob man den wohl auch mit Rhabarber machen kann…

  7. pzychobunny sagt:

    Ich muss gestehen, dass ich noch nie von einem Upside down-Kuchen gehört hab. Am Wochenende war ich bei meinen Eltern und durfte ein paar Zwetschgen pflücken (meine Eltern haben einen sehr großen Garten mit 3 Kirsch-, 3 Zwetschgen-, 1 Birn-, 2 Apfelbäumen und anderen diversen Bäumen und Sträuchern, wie Haselnuss, Walnuss, Wein, Holunder, Himbeeren, Walderbeeren…). Letzendlich hab ich in 20 Minuten 2,5 Kilo gepflückt (im entsteinten Zustand) und ich denke ich werd deinen Upside-Down-Kuchen mal ausprobieren 🙂 Bin schon sehr gespannt!

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