Kleine Rhabarber-Pies mit Baiserhaube

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April 21, 2013 von cairnsbirdwing

Das Leben ist manchmal schon echt verrückt.

Und weil das Leben so verrückt ist und die Rhabarberzeit endlich angefangen hat, habe ich euch was gezaubert. Als kleines Dankeschön für eure lieben Kommentare und vielen Klicks.

Jeanny und Sina haben die Saison eröffnet. Jetzt schließe ich mich den beiden an und genieße die Rhabarber-Zeit.

Vor zwei Jahren hätte man mich mit diesem Gemüse jagen können, aber seit zwei Jahren kann ich es kaum erwarten, dass die Rhabarbersaison beginnt.

Also habe ich mein absolutes Lieblings-Rhabarberkuchen-Rezept rausgesucht und mich an den Herd begeben, um mich von einer stressigen Woche zu erholen und mich (und euch) glücklich zu backen.

Zudem muss ich euch von einem total verrückten Ereignis berichten, das mich doch sehr ins Grübeln gebracht hat und bei mir die Frage aufwarf, ob es außerirdisches Leben gibt.

Mr. Hubster isst ja nichts was auch nur annährend Vitamine enthalten könnte. Obst und Gemüse stehen bei ihm nicht auf dem Speiseplan.

Was das Kochen nicht ganz so einfach macht, denn die Kombination aus Nudeln, Reis, Kartoffeln als Beilage und Schwein, Rind, Huhn als Hauptgericht sind nicht unendlich. Und ich liebe nun mal ein paar Vitamine in meinem Essen.

Als ich ihn kennen lernte bestand sein kulinarischer Einfallsreichtum aus Tiefkühlpizza, Kartoffelklöße mit Soße und Fix-Produkten. Gruselig oder?

Jetzt hat er aber scheinbar dieses Jahr zu seinem ‚Ich-probiere-mal-was-neues-Jahr‘ erkoren.

Im Januar erreicht mich eine Nachricht: ‚Ich habe was total verrücktes getan – Ich habe eine GANZE Orange gegessen‘ und keine zwei Stunden später kam dann die Nachricht ‚Und eine Mango.‘ Dann im Februar waren es Petersilienwurzeln und im März fiel der Kommentar, dass wenn es so weiter geht, er in ein paar Jahren wohl auch Spargel essen würde.

Jetzt hat er gestern tatsächlich den Rhabarber probiert.

Im Gegensatz zu den anderen drei Neuheiten auf seinem Speiseplan war Rhabarber gar nicht seins – zu bitter.

Aber mutig ist das ganze schon.

Nur haben diese ganzen Veränderungen bei mir jetzt die Frage aufgeworfen, ob Mr. Hubster von einem Außerirdischen entführt worden ist und ersetzt wurde.

Wahrscheinlich habe ich in letzter Zeit einfach zu viel Star Trek geschaut.

Vielleicht wird er aber auch nur erwachsen…. – also esstechnisch.

Und mal ganz ehrlich. Das Ganze ist so verrückt, dass ich echt mega stolz auf ihn bin.

Da ich diese kleinen Leckereien aber für euch als Dankeschön gebacken habe, hoffe ich, dass es einige Rhabarber-Liebhaber unter euch gibt. Da Mr. Hubster sich nicht am Schwupps-Schwupps-Happs-Happs-Wettbewerb beteiligt, bleiben mehr für euch!

Die Herstellung dieser kleinen Schönheiten ist wirklich einfach. Ich habe mir ein hübsches Pie-Teig-Rezept gesucht und von meinem Lieblings-Rhabarberkuchen die Füllung genommen mitsamt der Baiserhaube. Und voilà!

Für den Teig zunächst Mehl mit Zucker und Salz vermischen. Dann die Butter in Würfelchen schneiden und dazugeben. Meine waren wohl ein bisschen groß, macht eure also ein bisschen kleiner. Und weil sie nach dem Schneiden ein bisschen matschig waren, habe ich sie noch mal in den Kühlschrank gelegt.

Die Butter sollte schön kalt sein.

Die Butter sollte schön kalt sein.

Backen wirft manchmal so einige Fragen bei mir auf, vor allem was die Lebensmittel betrifft. Oder findet ihr es normal, dass die Butter ohne mein Zutun in ihre Einzelteile zerfällt?

Was da wohl bei der Herstellung schief gelaufen ist?

Was da wohl bei der Herstellung schief gelaufen ist?

Eine Antwort werde ich auf meine Frage wohl nicht bekommen.

Jetzt das ganze mit der Hand oder mit dem Handrührgerät oder am Besten mit der Küchenmaschiene solange vermischen, bis Sand entsteht. Das funktioniert wohl mit einer Küchenmaschiene wesentlich besser als mit meiner Bertha. Ich habe gefühlte 20 Minuten gemixt, bis es annähernd so aussah, wie Sand – mit ein paar Erbsen.

Dann die 5EL kaltes Wasser hinzufügen.

Okay. Es sind auch größere Erbsen dabei.

Okay. Es sind auch größere Erbsen dabei.

Jetzt den Teig nur kurz vermischen.

Aber nicht zu lange!

Aber nicht zu lange!

Bis er so aussieht wie auf dem nächsten Foto im Hintergrund. Total krümelig. Ich wollte nicht glauben, dass das ein ordentlicher Teig wird.

Also habe ich das mal geteste und siehe da.

Unglaublich. Mit meiner Bertha gabs nur Krümel, aber es ist tatsächlich Teig.

Unglaublich. Mit meiner Bertha gabs nur Krümel, aber es ist tatsächlich Teig.

Wenn es bei euch nicht so aussieht, nicht verzweifeln, einfach noch einen EL kaltes Wasser dazu geben.

Dann braucht der Teig noch eine kurze, aber ordentliche Massage, damit er sich dann kugeln kann.

Jede Menge Teig!

Jede Menge Teig!

Wundert euch nicht über die Menge Teig, das reicht für mindestens 1 1/2 Muffinbleche oder für eine Haube auf den Pies. Das habe ich aber leider erst zu spät festgestellt.

Aber aus Fehlern lernt man ja bekanntlich und es ist ja nicht das erste Mal, dass ich mehr raus habe, als ich eigentlich gedacht hatte.

Dann den Teig in 18 Stücke zerteilen – bei mir waren es nur 12, wer also auf mehr Teig steht sollte das unbeingt ausprobieren. Mir hat es geschmeckt!

Immer noch viel zu viel für so kleine Pies.

Immer noch viel zu viel für so kleine Pies.

Dann kugeln und platt machen und in die Mulden der Muffinform, die ja gefettet und gemehlt sind, drücken.

Oder ausrollen und ausstechen. Der Vorteil ist, dass ihr den Teig so dünn ausrollen könnt, wie ihr es gerne mögt. Was übrig bleibt kann man als Haube draufsetzen, damit es ein richtig echter Pie wird.

Dann die Rhabarber-Zucker-Mischung in die Pies füllen und ab in den Ofen.

So sehen sie dann nach einer 15 minütigen Bräunungskur aus.

1. Bräunungskur im Backofen überstanden.

1. Bräunungskur im Backofen überstanden.

Während die kleinen Pies im Ofen sind, die Creme fraiche mit dem Zucker und den Eigelb anrühren.

Dafür natürlich die Eier trennen. Das Eiweiß brauchen wir ja gleich noch – für die Eiweißmaske.

Ich habe den Zucker vergessen. Was aber nicht schlimm war. Der Rhaberber war nicht zu säuerlich.

Auch ohne Zucker verdammt lecker.

Auch ohne Zucker verdammt lecker.

Zu dem Rhaberer geben – aber vorischt: Es könnte überlaufen.

Dann wieder in den Ofen schieben – diesmal für die Entspannungskur.

Hübsch gefüllt und sooooo lecker - das müsst ihr mir einfach glauben.

Hübsch gefüllt und sooooo lecker – das müsst ihr mir einfach glauben.

Und damit sie nach dieser Entspannungskur auch wirklich at their best sind, bekommen sie nun auch noch eine Eiweißmaske.

Nach der Erholungskur am Beginn der Maskenphase

Nach der Erholungskur am Beginn der Maskenphase

Noch einmal kurz in den Ofen – unter den Grill – für die 2. Bräunungskur.

Und jetzt könnten sie jeden Schwupps-Schwupps-Happs-Happs-Wettbewerb gewinnen – zumindest auf lokaler Ebene.

Fertig für den Schwupp-Schwupp-Happs-Happs Wettberwerb.

Fertig für den Schwupp-Schwupp-Happs-Happs Wettberwerb

Auch die Inneren Werte zählen bei diesem Wettbewerb! Und ich kann euch sagen: 1+*

Leckerste Füllung überhaupt!

Leckerste Füllung überhaupt!

Und jetzt kann ich euch nur noch eines empfehlen. Rhabarber kaufen und nachbacken.

Sofort.

Ach ja! Und beim Küchenplausch gibt es ein Rhabarber-Event. Passend zu meinem ersten Rhabarber-Rezept für dieses Jahr. Also schnell mal vorbei schauen und mitmachen! Ich bin immer auf der Suche nach einem leckeren Rhabarber-Rezept. Ich bin mal gespannt!

Happy Baking!

Kleine Rhabarber-Pies mit Baiserhaube

Mein Beginn der Rhabarber-Saison

Mein Beginn der Rhabarber-Saison

Zutaten für 1 1/2 Muffinbleche (18 Pies):

Für den Teig:

  • 300g (2 1/1 Cup) Mehl
  • 250g (1 Cup o. 2 Sticks) kalte Butter
  • 55g (1/4 Cup) Zucker
  • 1/2TL Salz
  • 5EL kaltes Wasser

Für die Füllung:

  • 2-3 Stangen Rhabarber
  • 4 EL Zucker
  • 100g Creme Fraiche
  • 2 Eier (Eigelb)

Für den Baiser:

  • 2 Eiweiß
  • 2 EL Zucker
  • Prise Salz

Zubereitung:

Für den Teig:

  1. Ein Muffinblech fetten und mehlen.
  2. Den Backofen auf 220°C vorheizen.
  3. Mehl mit Zucker und Salz in einer großen Schüssel vermischen.
  4. Die Butter würfeln und zu der Mehlmischung geben. Jetzt solange rühren, bis die Mischung ein bisschen aussieht wie Sand (mit kleinen Butter-Erbsen).
  5. Dann 5 EL kaltes Wasser hinzugeben und kurz vermischen (siehe Photo).
  6. Dann weiter verarbeiten. Entweder ausrollen und Kreise ausstechen, die in die Muffinformen passt, oder in gleichgroße Stücke aufteilen und direkt in die Form geben. Aber vorsicht. Das Rezept ergibt jede Menge Teig, sodass ihr auch noch einen Deckel auf eure Pies machen könntet. Oder einfach mehr kleine Pies!

Für die Füllung:

  1. Den Rhabarber putzen, waschen und in ca. 1 cm lange Stücke schneiden.
  2. Mit 3EL Zucker vermischen und in die Förmchen geben.
  3. Dann für 15 Minuten in den Ofen geben.
  4. In der Zwischenzeit die Eier trennen, die Eigelb mit der Creme fraiche und 1 EL Zucker vermischen.
  5. Die Form aus dem Ofen nehmen und die Creme fraiche-Eigelbmasse vorsichtig auf dem Rhabarber verteilen.
  6. Noch einmal für 10 Minuten in den Backofen geben.

Für den Baiser:

  1. Die Eiweiß mit dem Salz steif schlagen.
  2. Wenn das Eiweiß schon leicht fest ist, den Zucker nach und nach einrieseln lassen.
  3. Die Baisermasse wird besonders schön dicht und cremig, wenn man sie 10 Minuten schlägt. Wer eine Küchenmaschine hat ist hier auf der bequemen Seite!
  4. Dann die Masse auf den kleinen Pies verteilen.
  5. Den Backofen auf Grill umschalten und dann noch mal ca. 3 Minuten darunter stellen. Aber vorsicht! Es kann sehr schnell gehen mit dem bräunen. Die kleinen Pies also immer im Auge behalten.
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12 Kommentare zu “Kleine Rhabarber-Pies mit Baiserhaube

  1. Jeanny sagt:

    Oh ja, sehr sehr sweet. Und gefählich, weil von diesen kleinen Teilchen steckt man sich gewiss eine ganze Menge in den Mund, ohne dass man es merkt 🙂
    Liebe (und süsse) Grüße!
    Jeanny

  2. Sinichan sagt:

    Hallo 🙂
    Erstmal: Danke fürs verlinken! 🙂
    und: Die sehen ja fantastisch aus :-O Ich habe schon so viel Rhabarber gegessen, aber hab immer noch nicht genug 😀 Und dein Rezept klingt wunderbar. Es sieht toll aus… Das merk ich mir 🙂
    Liebe Grüße, Sini ♥

    • Hallöle,
      immer gerne, deine Aktionstage sind einfach zu grandios, um sie nicht zu verlinken und dein Blog einfach zu süß.
      Ich hoffe du hast bald wieder ein leckeres Rezept mit Rhabarber. Der Kompott war wirklich lecker!
      Liebe Grüße

  3. pinkchillies sagt:

    Oh wie lecker! Auch ich habe mich heute mit Rhabarber beschäftigt. Soooo lecker. Das Rezept kommt bald.

    Liebe Grüße
    Christine

  4. evazins sagt:

    Rhabarbar ist so ziemlich das einzige, was ich an „Obst-Gemüse“ nicht mag… Aber man kann die Törtchen ja beliebig füllen 🙂 (Mit der Butter hatte ich letzt genau das Gleiche, einfach zerbröselt, sehr merkwürdig!)

  5. Die sehen echt lecker aus! Mein Freund ist zum Glück nicht ganz so komplziert, aber Neuem gegenüber etwas misstrauisch. Deshalb kann ich Deinen „Kampf“ nachvollziehen, den Du wohl gerade am gewinnen bist 😉

    PS: Man kann niemals zu viel Star Trek sehen!

    • Ich hoffe es, ich hoffe es. Ich bin mal gespannt was als nächstes kommt. Heute morgen habe ich von frischen Erdbeeren im Joghurt geredet, da meinte er wenn die püriert wären, würde er sie essen. Das wird gleich mal ausprobiert, sobald die ersten deutschen Erdbeeren aufzutreiben sind.
      Und ich kann dir nur zustimmen, dass man niemals zu viel Star Trek schauen kann… obwohl – und ich weiß um des Sakrilegs – bei TNG kann man wohl einige Folgen gerne auch nur einmal schauen. :-p

  6. PurpurBête sagt:

    Boah, *habenwollen* JETZT 😉

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