Die Geschichte der zitronigen Teeküchlein…

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März 29, 2013 von cairnsbirdwing

… oder wer lesen kann ist klar im Vorteil!

Backen gehört zu meinen liebsten Hobbys. Ich habe in meinem Leben schon so viele Rezepte ausprobiert und umgemodelt, dass dieser Fehler mir eigentlich nicht mehr hätte passieren dürfen.

Aber im Eifer des Gefechtes, kommt es dann scheinbar doch mal wieder vor.

Es ist nicht so, dass ich einfach drauf los gebacken hätte ohne das Rezept zu lesen. Immerhin musste ich einige Zutaten noch extra kaufen. Aber genau hingeschaut habe ich scheinbar nicht.

Bei 3 Cups Mehl hätte ich aufmerksam werden müssen. MÜSSEN. MÜSSEN!

Ich dachte, das Rezept würde 24 kleine Küchlein ergeben. Einmal die Formen befüllen, rein in den Ofen, warten bis sie fertig sind, rausnehmen, aus der Form puhlen, glasieren und dann rein in den Mund.

Pustekuchen.

Bei genauerer Betrachtung des Rezeptes stand da: 112 Küchlein. 112! Könnt ihr euch das vorstellen? Die Frage – wer soll die alle essen – kam mir in den Sinn. Wir sind nur zu zweit, und die acht Geburtstagsgäste? Das wären ungefähr 11 Küchlein pro Person? Und dazu gab es ja noch Zitronen-Cupcakes mit Baiserhaube und Zitronen-Heidelbeer-Marmortorte mit Zitronenbuttercreme! Rückgängig konnte ich meinen Entschluss nicht mehr machen, die Zutaten waren ja schon vermischt! Also Augen zu und durch. Teeküchlein backen!

Aber das waren fantastische Küchlein! Und so einfach zu machen. Das ursprüngliche Rezept habe ich von der Homepage der Zeitschrift Tast of Home. Da es ein amerikanisches Rezept ist, habe ich es wieder angepasst, da die für meinen Geschmack meistens zu süß sind.

Es sind keine 122, aber trotzdem mehr als erwartet.

Es sind keine 122, aber trotzdem mehr als erwartet.

Das war harte Arbeit. So viele Küchlein herzustellen. Vor allem bei dem Stress, den ich am Montag mit den anderen Leckereien hatte. Aber sie zu backen hat trotzdem jede Menge Spaß gemacht!

Das muss rein!

Das muss rein!

Wie ihr sehen könnt, habe ich laktosefreien Frischkäse gekauft. Mr. Hubster verträgt leider keine Laktose.

Ich hätte gerne alle Rezepte laktosefrei gebacken, aber laktosefreie Butter kostet pro 125g ungefähr 1,20€. Ich hätte 1kg Butter gebraucht und das wäre einfach ausgeartet.

So sind die Teeküchlein aber in jedem Fall laktosereduziert – mehr oder weniger.

Immerhin gibt es Laktase-Tabletten, sodass ich auch normale Butter benutzen konnte.

Eiertrennung auf wenn es schwer fällt.

Eiertrennung auf wenn es schwer fällt.

Ich trenne beim backen ganz häufig die Eier, das ist bei diesem Rezept eigentlich nicht nötig. Ich habe mir das nur leider so angewöhnt und kann das jetzt nicht mehr so wirklich abschalten. Wenn es bei euch also schnell gehen soll, dann überspringt ihr den Schritt einfach. Aber der Eischnee macht das ganze so schön locker. Und da stehe ich einfach drauf.

Die Grundzutaten.

Die Grundzutaten

Die weiche Butter mit dem Zucker und dem Frischkäse in eine Schüssel geben und ein hübsches Foto machen.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich für Butter mit Zucker sterben könnte?

Herrlich! Fantastsich! Einmalig!

Herrlich! Fantastsich! Einmalig!

So sieht die Masse dann aus, wenn sie gut gerührt ist. Am Rand könnt ihr Bertha sehen, mein treues Handrührgerät, das ich von meiner Oma geerbt habe.

Ihr solltet in jedem Fall einen Finger reinstecken und probieren. Das hat wirklich fantastisch geschmeckt, ich hätte das einfach alles auflöffeln können!

Und wem es nicht süß genug ist, der hat hier die Chance noch was Zucker nach zu schütten. Im Originalrezept sind 2 1/4 Cup Zucker angegeben. Das zieht einem aber sämtliche Plomben aus den Zähnen.

Butter, Zucker, Frischkäse und Eier vermischt

Butter, Zucker, Frischkäse und Eier vermischt

Wenn ihr die Eier dazugefügt habt, dann solltet die Masse so aussehen. Weich und cremig, ohne irgendwelche Klümpchen.

Am Besten kratzt ihr die Ränder in den Teig zurück, damit auch ja nichts übrig bleibt! Das wäre Verschwendung!

Zitronensaft - wer mehr mag tut mehr rein!

Zitronensaft – wer mehr mag tut mehr rein!

Und jetzt fängt die Zitronen-Party erst richtig an: Den (frisch gepressten) Zitronensaft zugeben und gut verrühren.

Zitronenaroma - soviel oder sowenig man will

Zitronenaroma – soviel oder sowenig man will

Ein weiterer Gast der Party: Das Zitronenaroma. Hinzugeben, damit es noch zitroniger wird.

Als kleines komplementäres Aroma - Vanille

Als kleines komplementäres Aroma – Vanille

Hat sich bei der Zitronen-Party eingeschlichen und dazu noch das Motto gesprengt!

Mein absolutes Lieblingsaroma. Vanille! Die Amerikaner benutzen Vanille-Extrakt, das man wunderbar auch selbst herstellen kann, das Rezept folgt demnächst. Bis jetzt habe ich Vanille-Extrakt immer durch dieses Vanille-Aroma ersetzt.

Bei mir mehr als das Rezept angibt - für den extra Schuss Zitronigkeit

Bei mir mehr als das Rezept angibt – für den extra Schuss Zitronigkeit

Und der Ehrengast: Zitronenabrieb.

Schon der Duft ist einfach unglaublich.

Ich habe mich bei diesem Schritt nicht an das Rezept gehalten. Ich habe einfach die Schale einer ganzen Zitrone in meinen Teig getan. Und wer sich traut, sollte das auch tun. Hat einfach unglaublich fantastisch zitronig geschmeckt.

Ihr könnt mir da vertrauen! Ganz ehrlich! Ehrlich wirklich!

Eines meiner knallbunten Cup-Maße - mit denen macht das Backen dreimal mehr Spaß

Eines meiner knallbunten Cup-Maße – mit denen macht das Backen dreimal mehr Spaß

Das Mehl portionsweise dazugeben und immer wieder fleißig rühren dann…

...hm...

…hm…

…bekommt ihr diesen wunderbaren, schweren Teig heraus!

Trotz Eiern musste ich ihn probieren. Total toll! So zitronig!

Das war übrigens der Zeitpunkt an dem ich bemerkte, dass der Teig wohl ein paar Küchlein mehr ergeben würde, als nur 24!

Jetzt fehlt nur noch der Eischnee…

14. Eischnee zu lange

Ein kleiner Fail…

Ich hatte den Eischnee schon ganz am Anfang geschlagen und ihn dann beiseite gestellt.

Dann habe ich mich während des Backens mit einer Freundin verquatscht und es hat etwas – naja knapp 45 Minuten – gedauert bevor ich den Eischnee dann zum Teig gegeben habe.

Der Eischnee hatte aber in der Zeit begonnen sich aufzulösen. Gut an den Löchern zu erkennen.

Also den Eischnee nicht zu lange rumstehen lassen – und wenn man sich mal mit der Freundin verquatscht kann man ihn trotzdem noch benutzen!

ungeschlagen vs. geschlagen

ungeschlagen vs. geschlagen

Den fertigen Teig in die gefetteten und gemehlten Mulden des Muffinblechs geben. Die ganze Form sachte auf eine Küchenplatte oder einen Tisch klopfen, damit sich der Teig gleichmäßig verteilt. Den Unterschied kann man gut sehen.

Zudem habe ich es nicht in allen Fällen geschafft, die Mulden nur zu 2/3 zu füllen, sodass ich auch einige – viele – fast nur – größere Küchlein hatte.

Zum ersten Mal befülltes Muffinblech und der übrige Teig.

Zum ersten Mal befülltes Muffinblech und der übrige Teig.

Definitiv zu viel Teig! Ich musste beide Bleche drei mal rein schieben und eines noch einmal, um den ganzen Teig zu verwerten. Wenn ich die noch mal mache, dann definitiv nur die Hälfte!

Fertig!

Fertig!

Nach 15 Minuten backen sahen die Küchlein dann so aus! Die ganze Küche duftete nach diesen herrlich saftigen Zitronen-Teeküchlein…

Zum Anbeißen - wer kann da schon wiederstehen?

Zum Anbeißen – wer kann da schon wiederstehen?

…wer kann da schon wiederstehen? Ich musste einfach reinbeißen.

Könnt ihr sehen wie lecker die sind?

Hör auf mich… Glaube mir… Augen zu… Vertraue mir…

Ich bin fast gestorben, weil die so frisch aus dem Ofen einfach himmlisch schmeckten.

Und so schön locker sind und saftig – dank des Frischkäses.

Die Glasur ist dank dem Schuss Milch schön geschmeidig und dank des Zitronenaromas schön zitronig.

Die Glasur ist dank dem Schuss Milch schön geschmeidig und dank des Zitronenaromas schön zitronig.

Die Glasur, ja, die Glasur.

Super einfach zu machen.

Wer keine Milch benutzen will, nimmt einfach Zitronensaft, um die Glasur flüssig zu bekommen.

Und dann geht es ans tunken. 112 mal – bei mir waren es weniger! Aber ich stand unter Zeitdruck. Die ersten Gäste waren schon da! Da musste es schnell gehen!

Ein fertig glasiertes Teeküchlein

Ein fertig glasiertes Teeküchlein

So sehen sie dann fertig aus.

Ich sage es gerne nochmal, aber die waren wirklich lecker und dazu noch saftig und zitronig.

Die sind bei der Familie super angekommen, meine Mum hat sich gleich welche mitgenommen, für die nächsten Tage zum Frühstück.

Blieben nur noch ca. 50 Stück übrig. Die sollte ich wohl irgendwie schaffen. So groß sind die nicht!

Jetzt noch einen guten Tee dazu – schwarz, grün oder Kräuter ist eigentlich egal – und dann heißt es Entspannung und klönen mit der Familie!

Happy baking!

Zitronige Teeküchlein

Zitronige Teeküchlein

Zitronige Teeküchlein

Zutaten (für ca. 112 Stück)

Küchlein:

  • 375g weiche Butter
  • 250g Frischkäse
  • 340g [1 1/2 Cup] Zucker
  • 6 Eier – wie immer bei mir getrennt, muss man aber nicht
  • 3 EL Zitronensaft
  • 2 TL Zitronenaroma
  • 1 TL Vanilleextrakt
  • 1 1/2 TL Zitronenabrieb
  • 360g [3 Cup] Mehl

Glasur:

  • 1 Packung Puderzucker (250g)
  • 2 EL Milch – etwas mehr oder weniger, je nach Konsistenz
  • einige Tropfen Zitronenaroma

Zubereitung:

  1. Ein Blech mit kleinen Muffinförmchen (24 Stück) einfetten und mehlen. Das werdet ihr noch mehrmals machen müssen.
  2. Den Backofen auf 165°C vorheizen.
  3. Eier trennen (wenn ihr meinem Tipp folgt). Die Eiweiße zum Eischnee schlagen und beiseite stellen.
  4. Butter, Zucker und Frischkäse in einer großen Schüssel zu einer Masse schlagen.
  5. Nach und nach die Eigelbe (oder die gesamten Eier) zum Teig geben und nach jeder Zugabe gut verquirlen.
  6. Zitronensaft, das Zitronen Aroma und Vanilleextrakt und den Zitronenabrieb hinzufügen und unterrühren.
  7. Das Mehl hinzugeben und zu einem homogenen Teig verrühren, es sollten keine Klümpchen mehr da sein.
  8. Den Einschnee auf den Teig kippen und vorsichtig unterheben, bis kaum mehr etwas davon zu sehen ist.
  9. Die Förmchen zu 3/4 füllen und dann im Backofen für 10 bis 15 Minuten backen (solange bis der Holzspieß ohne Teig aus den Törtchen herausziehbar ist)
  10. 5 Minuten in der Form auskühlen lassen, dann aus den Mulden nehmen und auf einem Rost vollkommen abkühlen lassen.
  11. In einer kleinen Schüssel die Zutaten für die Glasur vermischen, die Törtchen mit der Oberseite hineintunken und auf Backpapier stellen und trocknen lassen.
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6 Kommentare zu “Die Geschichte der zitronigen Teeküchlein…

  1. huch 112!! is ja echt hart^^ naja so hast du halt mehr von 😛

  2. anni134 sagt:

    So viele Zitronenrezepte hier. 😀 Dieses Rezept sagt mir besonders zu, allerdings sollte ich mir notieren die Zutatenmengen zu verringer – 112, da kann man aber viele Freunde einladen. 😉

    Liebe Grüße,
    Anni

  3. PurpurBête sagt:

    He, hier ist ja gar kein WP-Gefällt-mir-Knopf. Soll ich etwa morgens um 8 UHR! schon richtige Kommentare schreiben??? Also, was ich sagen wollte: Gefällt mir!
    Vor allem auch Deine Schreibe, sehr lustich!!!

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